Wer mit seinem Straßenschuh zufrieden ist, dem stehen schon mal viele Wege offen. Doch kann ich damit auch Schrägen im Gelände laufen, und wann brauche ich einen extra Trailschuh?

Die Lauftechnik bei der Mehrheit der Läufern sieht so aus, dass der Schritt mit der Ferse, oder mit einer Mischung aus Ferse/ Mittelfuß, aufgesetzt wird. Der auftretenden Stoß auf Asphalt wird durch die Dämpfung im hinteren Schuhbereich abgefedert und soll durch eine hohe Sprengung Fußgelenk und Knie schonen. Würde man ohne Schuhe über die Ferse laufen, wäre das Verletzungsrisiko für Bänder und Gelenke sehr groß. Das Abrollen des Fußes erfolgt von der Ferse über den Mittelfuß bis hin vorne zum Ballen, von wo aus ein kraftvolles Abdrücken nach vorne, zum nächsten Schritt erfolgt. Wer viel Dämpfung über den gesamten Schuh bevorzugt, verliert damit beim Laufen auch immer etwas Energie, die eigentlich auf die Straße gebracht werden sollte. Schnelle Läufer wählen daher dünnere Sohlen. Zur Unterstützung des Fußgelenks stabilisieren Innenstützen (Pronation) und Außenstützen (Supination) im Schuh die Knöchel. Eine Brücke unter dem Mittelfußbereich und ein Mittefußgurt über dem Fußspann festigen den Fuß und unterstützen das gleichmäßige Aufsetzen und Abrollen.

Das Laufen im Gelände mit Gefälle ist ein Wechselspiel aus Vorfuß-. Mittelfuß- und Fersenlaufen, unterschiedlichen Schrittlängen und Schrittfrequenzen. Oberkörper und Arme arbeiten stärker mit und verändern ihre Haltung je nach Neigung. Bergauf verlagert sich das Körpergewicht nach vorne und man läuft verstärkt über den Vorfuß. Die Ferse hat dabei mit dem Boden keinen Kontakt. Lande- und Abdruckphase finden nur über den Ballen und die Zehen statt, was eine stärkere Muskulatur des Fußgewölbes voraussetzt. Je steiler der Anstieg, umso stärker wird der Fußballen gedehnt, um sich mit Kraft nicht nur nach vorne, sondern auch nach oben abzustoßen. Dafür braucht es einen Schuh, der ein Abknicken im Vorfußbereich leicht macht und hier flexibel ist. Viele Hersteller verzichten daher auf einen Stützbrücke im Mittelfußbereich. Bergab verkürzt sich die Schrittlänge um nicht in eine bremsende Rückenlage zu verfallen. Für kleine, fast tipplige Schritte auf dem Flach- bzw. Vorfuß ist die Kontaktzeit zum Boden sehr gering. In dieser geringen Zeit muss über Schuh und Fuß erkannt werden, ob der Untergrund für den nächsten vollbelasteten Schritt sicher ist (Propriozeptives Feedback). Für ein direktes Feedback ist ein tiefer Stand im Schuh von Vorteil und erhöht die Trittsicherheit. Zuviel Dämpfung würden die Wahrnehmung der Untergrundbeschaffenheit verfälschen. Für einen sicheren Tritt braucht es zudem eine Sohle mit grobstolligen und asymmetrischen Profil zwischen dem Matsch und Steine wenig halt finden – ähnlich wie bei einem Mountainbike Profil, im Vergleich zu einem Straßenrad. Unebenheiten im Untergrund lassen nicht immer einen geraden Schritt zu und es wird mehr Kippflexibilität benötigt um direkter und flächiger mit dem Untergrund in Kontakt zu kommen. Daher auch der erhöhte Anspruch an die Schnürung, die zum Beispiel von SALOMON den Fuß besonders gut in der richtigen Lage im Schuh hält, auch bei rutschigen Laufwegen.

Um sicher am im Gelände zu laufen, sollte der Laufschuh ein Profil haben und dadurch mehr Halt auf weichem oder matschigen Untergrund bringen. Für mehr Kontrolle sollte der Schuh nicht zu viel gut gemeinte Dämpfung und stützende Verstärkungen haben um eine höhere Dehnung des Ballens und direkteren Kontakt zum Boden zu ermöglichen. Ein fester Halt, eine gute Passform und ein bequemes Tragegefühl ist für jeden Laufschuh wichtig.

Eine professionelle Schuhberatung, viele Tipps und eine große Auswahl an Trailschuhen gibt es bei Rolli von WAT LÄUFT in Bochum Wattenscheid. Auch bei RUN² BY RUNNERS POINT auf der Schadowstraße Straße in Düsseldorf bekommt man eine gute und individuelle Beratung rund um das Thema Laufschuh.

Mehr über Lauftechniken, Material und Lauftraining zum sicheren und vergnügtem Laufen erfahrt Ihr in meinem Laufseminar „BESSER LAUFEN AM BERG“ am 31.10.2015 in Düsseldorf Grafenberg.

 

SEMINAR: BESSER LaUFEN AM BERG